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Artikel aus der Stuttgarter Zeitung vom 09.06.2007 PDF Drucken E-Mail
"Klettern fürs Esslinger Frauenhaus

Aktion zweier Krankenpfleger
 
Esslingen. Im Sommer werden die beiden Esslinger Markus Walder und Andreas Lang den 2643 Meter hohen Zimba im Montafon besteigen. Jeder erklommene Höhenmeter soll dabei in Geld für einen guten Zweck umgewandelt werden.

Von Kai Holoch

Es gibt sicherlich größere Herausforderungen für Bergsteiger als den Zimba. Zwar hat einer der bekanntesten Berge des Montafon, im Hinterland von Bludenz gelegen, die beachtliche Höhe von 2643 Metern, aber verglichen mit anderen Gebirgsriesen in den Alpen ist das nun einmal nicht wirklich viel. Doch um Rekorde geht es Markus Walder und Andreas Lang auch gar nicht. Die beiden Krankenpfleger auf der Intensivstation des Klinikums Esslingen wollen mit ihrer für den Juli oder den August geplanten Besteigung des Berges vielmehr Gutes tun.

Andy Lang und Markus Walder 

Analog zu den inzwischen landauf, landab praktizierten Benefizläufen, bei denen sich die Teilnehmer Paten suchen, die wiederum für jede gelaufene Runde oder jeden gelaufenen Kilometer einen bestimmten Betrag für einen guten Zweck spenden, können Menschen, die sich für die Idee der beiden Esslinger begeistern, ihren Beitrag dazu leisten, dass der Esslinger Verein Frauen helfen Frauen und damit das Esslinger Frauenhaus eine finanzielle Spritze bekommt. Denn Walder und Lang wollen nicht Runden, sondern Höhenmeter verkaufen: Wer einen davon erwerben möchte, muss einen Euro berappen, wer gleich zehn Euro investiert, bekommt im Gegenzug als kleines Dankeschön ein Funktionswerkzeug geschenkt.

Seit 15 Jahren klettert Markus Walder. Die Idee für die Benefizklettertour ist ihm und Andreas Lang allerdings erst im vergangenen Jahr bei der Besteigung des Hochvogels im Allgäu gekommen. Berauscht vom Glücksgefühl, den Gipfel erklommen zu haben, haben sich die beiden überlegt, dieses besondere Gipfelgefühl in eine konkrete Hilfe umzuwandeln: Die Idee zu Climb 4 Help, wie sie ihr Projekt nennen, war geboren. Bis jetzt steht das Spendenbarometer bei rund 350,- Euro, es sind also noch einige Höhenmeter im Angebot. Und gar so genau wollen es die beiden Kletterbegeisterten mit dem tatsächlichen Höhenunterschied, den sie zu bewältigen haben, auch gar nicht nehmen. "Wir verkaufen fiktive Höhenmeter. Und natürlich darf dabei auch mehr Geld zusammenkommen", so Markus Walder.

Markus Walder und Andy Lang

Schließlich soll mit der Spende die Stelle einer Sozialarbeiterin mitfinanziert werden, die sich speziell um Kinder im Esslinger Frauenhaus kümmert. Denn durch die Flucht der Mütter ins Frauenhaus ergibt sich auch für die Kinder oft eine äußerst schwierige Situation. Da sie die gewohnte Umgebung verlassen müssen, brechen auch alte Freundschaftsstrukturen zusammen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Kinder neuen Freunden nicht erzählen dürfen, wo sie wohnen.

Auch dürfen sie im Frauenhaus keinen Besuch bekommen. Gerade deshalb, davon ist Markus Walder überzeugt, ist das gesammelte Geld gut investiert. Die Tour auf den Zimba beginnt auf der Heinrich-Huetter-Hütte. Von dort geht es ins Zimbajoch und über den Westgrat auf den Gipfel. Die genauen Pläne haben die beiden Bergsteiger auf ihrer Internetseite http://www.climb4help.com dokumentiert. Dort erhält man auch einen Einblick in die Arbeit des Vereins Frauen helfen Frauen sowie Informationen zu den Spendemöglichkeiten."


 
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